Bollywood als Musical: die Inder kommen
Was für die Amerikaner Hollywood ist, ist für Indien Bombay. Weit über die Landesgrenzen beliefert “Bollywood” nun seine Fans mit Herz-Schmerz-Streifen. Nun gibt es das alles auch als Musical.
Im Musical “Bollywood - die Show” wird nun ein Teil der Geschichte Bollywoods erzählt, in Form der Familie Merchant. Der Vater, Shantilal Merchant, ist sowas wie der Guru der Bollywood-Choreographie, er leitete die Tänze direkt aus der strengen Tradition des indischen Tempeltanzes her. Seine Enkelin Ayesha Merchant lernte bei ihm, verließ aber dann die reine Lehre und öffnete sich ganz dem kommerztauglichen, auf nacktes Fleisch und erotische Bewegungen setzenden neuen Filmstil.

Das Musical erzählt ihren Lebensweg. Eine ihrer Nachfahren, Vaibhavi Merchant, choreographierte, Toby Gough führte Regie. Bei ihm wird auch Ayeshas Leben zu einer Bollywood-Story.
Der Bruch mit der Familie, der Erfolg durch Anpassung an die Moderne, die Rückkehr in die Heimat, zu den Wurzeln und zur Jugendliebe, mit der sie dann gestärkt wieder hinauszieht in die Welt, das ist so der Stoff, aus dem nicht nur in Indien die Träume einer mehr und mehr von der eigenen Kultur entfremdeten und im Rhythmus der Globalisierung funktionierenden Bevölkerung sind.
Die angebliche Aussöhnung mit den Traditionen, die Sehnsucht nach den alten Werten bleiben dabei Behauptung, über die munter hinweggetanzt wird. Von John Travolta über Michael Jackson bis zu den Chippendales findet da vieles Eingang, was Stimmung schafft.
Derzeit auf Deutschland-Tournee.








